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Montag, 4. Januar 2010

Silvester in der Rhön

Anfang des Jahres 2009 waren wir schon einmal zu Gast im Hotel Hessenpark zu Hohenroda.
Ich wollte den Platz gezielt schon ein zweites Mal in QYPE anlegen, einfach um auf eine schlechte Kritik nicht mit Widerspruch antworten zu müssen. Es geht um Veranstaltungen und Events.

Unser Event hieß Silvester!

Wenn wir bei unserem ersten Besuch nicht wirklich zufrieden gewesen wären, würden wir nicht eine Empfehlung an Freunde ausgesprochen haben und mit der Schar von Kindern und Enkeln hier den Jahreswechsel verbringen wollen. Es war –wie auch geschrieben- mehr als zufrieden stellend.

Mit der Anreise am 30. Dezember hatten wir witterungsbedingt etwas Pech. Es regnete, war kalt, neblig und ungemütlich. Und wieder waren die Hunde dabei. Dieses Mal mit einem weiteren Schlammspringer, einem Labrador. Kein Haar besser, als unsere beiden. So geriet dann auch die „Beinevertet- und Pinkelpause“ zu einer Offroadexkursion der schlammigen Art.
So weit es möglich war, wurden die drei Vierbeiner grundgereinigt und wieder ins Auto verfrachtet. Weiter ging die Fahrt ins Hotel.

Die Rezeption war keinesfalls überfordert, als wir um ein paar Hilfsmittel zur Reinigung der Hündchen baten. Kübel, gewärmtes Wasser und Tücher waren schnell zur Hand und die Hunde schnell gesäubert.

Das Haus war nahezu ausgebucht. Schon vor Weihnachten liefen besondere Arrangements speziell auch für Reisegruppen. Und von denen waren reichlich gekommen. So war der große Saal auch durchweg von der Rentnerband und dem Krampfaderngeschwader belegt. Die meisten der Rüstigen kommen schon seit vielen Jahren mit ihrem Reiseveranstalter hierher um sich einen schönen Jahresausklang zu gönnen. Die Stimmung bei den Senioren war großartig. Zufriedene Gesichter und reges Gedränge am Buffet. Meine knappen 60 Lenze waren keine Berechtigung auch im Bankettsaal Platz zu nehmen. Dafür hatte man uns mit der Großfamilie und Freunden einen Tisch im „Wintergarten“ zusammengerückt. Prima Position dort. Abseits des ganz großen Trubels, was meinem Tinnitus zu Gute kam. Beim späteren Ringelpietz und Bingo und und .. hatten wir uns eher nicht eingeschrieben.

Bei unserem ersten Besuch waren wir völlig außerhalb jeder Saison á la Carte verpflegt worden. Bei den silvestrigen Menschenmengen war das absolut unmöglich. Und so gab es zum Frühstück, Mittag- und Abendessen jeweils ein umfangreiches Buffet. Lachs, Eier, Pasteten, Schinken, Käse, Wurst, Marmelade, Müsli, Früchte – an alles war beim Frühstück gedacht. Die Produkttiefe und auch die Breite des Sortiments waren nicht zu beanstanden. Die Küche sorgte bis 10:00 Uhr ständig für Nachschub an schön dekorierten Platten. Frisch und wohlschmeckend. Für jeden Geschmack war etwas dabei.

Das Gleiche am Abend. Eine kleine Auswahl an Suppen und eine Große an Fleisch, Gemüse, Fisch, Wild, Salate, Kartoffelvariationen + + +. Und Desserts bis zum Abwinken. Man musste mit seinen Kräften wirklich haushalten, sonst wäre die Kaumuskulatur sicher viel zu früh erschlafft. Insofern war der 30. als Anreisetag auch hervorragend gewählt. Mit dem Training konnte begonnen werden.

Am Nachmittag  des 30. 12 trafen auch Tochter, Enkelmacher und die 4 Schrumpfköpfe ein. Beste Laune trotz fast 600 km Anreise. So ließen wir es uns auch nicht nehmen, im Schwimmbad etwas von dieser Stimmung zu verbreiten. Schade, dass man nicht von Beckenrand springen darf. Aber was will man machen, wenn man gerade dann ausrutscht, wenn keiner der übrigen Gäste in der Nähe ist.


Und solche Wasserflöhe zählen ja auch nicht. Eine ganze Stunde konnten wir das ausreichend große Becken mit wohltemperiertem Wasser genießen. Erst als wir die Treppe wieder hinaufstiegen, holte uns die Schwerkraft mit gefühlten 5 G wieder ein.


Ab in die Heia und erst einmal Kraft für die bevorstehende lange Nacht sammeln.

Ein Festbuffet war zum Jahreswechsel angekündigt. Und so ließen es sich die Gäste nach dem Einlaß auch nicht nehmen, die Speicherkarten der Digifotos zu strapazieren. Schön, wenn man eine beruhigende Reserve von 16 GB hat. Das geschmackliche Erlebnis stand dem optischen Eindruck in nichts nach. Ich überlasse es der Fantasie des Betrachters den Geschmack virtuell nachzuvollziehen.

 
    
      


 
und so weiter und so weiter...
Und dann auch noch die mindestens 10-teilige Eisbombe - wirkungsvoll dargebracht durch den Einzug der Akteure aus der Küche.


Nach Essen bis Anschlag musste die Bewegungsfähigkeit wieder hergestellt werden. Dies war -unter Umgehung von Rentnergesang- auf der hauseigenen Kegelbahn geplant. Wir mussten zwar auf das sicher sehr reizvolle Showprogramm verzichten, hatten aber bestimmt nicht weniger Spaß. Und wir waren unter uns. Ein sehr gut gefüllter Kühlschrank sorgte dafür, dass nicht gedürstet werden musste.

Neben einer Erfahrung -eines meiner Enkel- mit zwei Kegelkugeln gab es nur gelegentlich eine Störung im Ablauf, wenn nämlich das nette Frolleinchen sich wieder einmal  Sorgen machte, dass der Kühlschrank doch zu klein gewesen wäre. War es nicht! Der Vorrat hätte sicher für 3 bis 4 Großfamilien zusätzlich gereicht. Kurz bevor das Jahr ablief, kam die Gute nochmals und brachte die Brause, damit wir auch auf das neue Jahr aufstoßen konnten.

Prosit Neujahr! Schmatz hier, schmatz da.

Und nun nix wir rauf in die Zimmer, von wo aus wir einen guten Blick auf das Höhenfeuerwerk haben sollen, wie ich mir ausrechnete. So war es denn auch. Fast auf „Augenhöhe“ gingen die mittleren Raketen vor uns mit ihren bunten, goldenen oder silbernen Sternen wieder zu Boden.

 
 

Nur für die ganz dicken Brummer mussten wir die Köpfe heben. (Wir haben sehr oft nach oben schauen müssen, wollten wir nichts verpassen).
 Ein wirklich grandioses Spektakel wurde da abgebrannt. Bei den Böllern allerdings waren wir doch etwas zu nah am Geschehen. Schlammspringerin Sally machte sich die Unachtsamkeit von Enkel Nummer 1 zu Nutze und düste ab. Quer durch das Hotel. Richtung Ausgang. Sie verpasste jedoch offenbar ein halbes Stockwerk und gelangte so in den Keller, wo sie von der Chefin wieder eingefangen und beruhigt werden konnte. Ich war in dieser Zeit nicht abkömmlich. Wer sollte denn die 250 Fotos vom Feuerwerk sonst machen?
Schlußakkord und gut war´s .

Wieder zurück zur Kegelbahn,wo die Restarbeit noch auf uns wartete. Auf dem Weg dahin muß man zwingend über Teppichböden verschiedenster Couleur und Musterung. Am meisten hat mir allerdings der rote mit dem gelben Strichen direkt im Flur zur und auch auf der Kegelbahn zu schaffen gemacht. Ich habe versucht den streng geometrischen, geraden Linien zu folgen. Ein Mißerfolg. Das muß dann doch am Inhalt des Kühlschrankes gelegen haben.

Das war jetzt aber geflunkert. Ich kann es abkürzen: der Kühlschrank wurde nicht leer. Nicht einmal annähernd.
Kompliment an Enkel # 1 bis 4: stramme Leistung! Anreise, Schwimmen, Kegeln, Feuerwerk, Kegeln und erst weit im neuen Jahr ins Bett. Reife Leistung.
Der 01.01.2010 stand nach dem Frühstück ( mit Rollmöpsen und mineralstoffreichen Leckerchen ) ganz im Zeichen der Körperertüchtigung. Der Wettergott hatte ja schon am Silvesterabend noch ein Einsehen und schickte statt des Regens dann endlich Schnee. Die Hunde fanden das gaanz toll und tobten wie die Irren durch die gefrorene Landschaft.


Wir schlichen hinterdrein und genossen die frische Luft.
Einen sehr, sehr gelungenen Jahreswechsel läßt man frühestens erst einen Tag nach Neujahr bedächtig ausklingen. Abreise also am 2. Januar. Natürlich nach einem opulenten Frühstück.

Das Arrangement bekommt die Höchstnote für gelungene Events.
Bleibt bei der Manöverkritik noch ein Hinweis für den Geschäftsführer. In diesem Jahr möchten wir gerne wiederkommen. Allerdings möchte ich mein „altes“ Zimmer wieder haben. Das Bad war dort erheblich größer und das WC hing auch gerade an der Wand. Eine schräg montierte Toilette fordert den Gleichgewichtssinn speziell an einem 1. Januar doch besonders heraus. Ferner verzichte ich nur ungern auf die gelegentlichen Versuche meiner Frau, mir die Decke aus dem Doppelbett zu stibitzen. Bei getrennten Ruhestätten war das völlig ausgeschlossen. Entsetzlich diese ungestörte Ruhe.

Wir bedanken uns für einen gelungenen Jahreswechsel und wünschen ein frohes, gesundes und erfolgreiches

Montag, 28. September 2009

Burg zu Nassau

Uffnik am 28.09.2009

Burg zu Nassau
Der Sommer 2009 hat sich in diesem Jahr an seinem offiziell letzten Tag noch einmal gönnerhaft-charmant gezeigt. Das richtige Wetter um eine solche Jahreszeit zu verabschieden. Und was ist dazu besser geeignet, als eine Ausfahrt mit dem Motorrad? Okay, Cabrio lasse ich für Leute mit gestörtem Gleichgewichtssinn noch durchgehen.
Aber noch einmal die Sonne des Sommers so ausgiebig genießen, den immer noch warmen Wind spüren. Ja, so verabschiedet man den Sommer! Aufbruch. Die Fahrt führte mich dieses Mal in das schöne Lahntal. Von Wiesbaden aus der Bäderstraße folgend. Eine beispielhaft gut ausgebaute Bundesstraße (B260) durchquert einen kleinen Teil des Rheingaues. An den Hängen wächst der 2009er Wein. Die Blätter beginnen sich schon zu färben. Die Freude über den letzten Sommertrip macht sich breit.
Durch Martinsthal, vorbei an Rauenthal ist der erste markante Punkt auch gleich erreicht: Schlangenbad, was sich links der Straße in einen Talkessel kuschelt. Und weiter geht es durch Wälder, die schon durch den frühherbstlichen Stand der Sonne ihre langen Schatten auf die Fahrbahn werfen... Ständiger Wechsel von Licht und Schatten nimmt meine ganze Aufmerksamkeit in Anspruch. Erst als es der Wald für einige Kilometer weicht, wird der Blick auf die Landschaft frei.

Sanfte Hügel, Felder und riesige Wiesen zeigen den Weg zum Horizont. Und dahinter soll es ja noch weiter gehen….
Immer weiter geht es in nordwestlicher Richtung nach Nassau. Einige Kilometer vorher allerdings wird die Speed auf 60 km/h heruntergeregelt. Und das auch durch passende Anlagen streng überwacht! Der „Abstieg“ nach Nassau macht diese 60 Stundenkilometer auch nachvollziehbar. Sehr kurvenreich und teilweise dann doch schlechte Fahrbahn machen das Fahren für Zweiräder zu einer kleinen Herausforderung. Weitere Erinnerungsfotos kann man übrigens erstehen, wenn man die Kontaktschleifen im Asphalt gleich am Ortseingang ignoriert.
Hoch über Nassau (rund 120 Meter über der Lahn) thront die Burg und wacht über Stadt und Fluß. Fast unwiderstehlich zieht mich die Gipfelburg in ihren Bann.

Der Aufstieg mit dem gut motorisierten Zweirad ist ein Klacks. Zu Fuß? Eher etwas für richtig Durchtrainierte. Der Parkplatz befindet sich direkt am Fuße des rund 900 Jahre alten Gemäuers.

Auf brüchigem Schiefergestein hatten um 1100 „die von Laurenburg“ den Berg samt eines Wohnturmes in ihren Besitz gebracht. Die Brüder Ruprecht und Arnold bauten drauf los und ließen schon wenige Jahre später (1124) etwas modernisieren. Erweiterung eingeschlossen. Ich kann gut nachvollziehen, dass man den Namen Laurenburg ablegte und stattdessen sich mit „Grafen von Nassau“ ansprechen ließen.

Die heutigen Nachkommen stellen die Herrscher der Niederlande und auch Luxemburgs.
Und heute? Die wenigen Meter bis zur neu errichteten Burgschänke –auf den Grundfesten des Palas errichtet- führen an der riesigen Mauer vorbei.

Leider wurde im zweiten Weltkrieg noch einige bis dahin erhaltene Gebäude vernichtet.
Betritt man den Burghof, dominiert ganz klar der knapp 20 Meter hohe Bergfried. Das Ziel meiner Begierde.

Freier Eintritt und eine neue Beton-Wendeltreppe führt hinauf. Eng geht es zu, wenn man breit gebaut ist. Dunkel geht es zu, wenn man den Lichtschalter nicht betätigt. Der Weg also steil, beleuchtet und ohne nennenswerte Verschnaufpausen. Oben angekommen

kann der Erschöpfte ausgiebig Landschaft genießen. Durch die Zinnen, Fenster und Luken geht der Blick weit über die bewaldeten Hügel und das Tal, das die Lahn so herrlich dominiert.

Aber der letzte Sommertag gibt schon deutliche Signale für den Herbst. Der lange Schatten des gotischen Bergfrieds reicht bis tief ins Tal. Und auch der Burghof liegt schon am frühen Nachmittag in den Schatten der umgebenden Mauern und Gebäude.

Auf dem Weg nach unten fällt schon wenig unterhalb des Zinnengangs die Tür zu einer Besonderheit auf. Das Trauzimmer. Es bietet Platz für 32 Personen. In unvergleichlichem Charme und luftiger Höhe werden hier Trauungen der Verbandsgemeinde Nassau durchgeführt.

Wieder im Burghof angekommen befindet sich zur Rechten der neu erbaute Saalbau (Palas). Als Restaurant bietet es in stilvoller und zünftiger Umgebung Raum für vielerlei Veranstaltungen, Ritterschmaus oder sonstige Feiern.

Auch der Freisitz ist in den Sommermonaten sicher ein Ort um sich kulinarisch verwöhnen zu lassen. Oder einfach nur um den Tag ausklingen zu lassen.
Die Burg zu Nassau ist auch im ausgehenden Sommer eine feine Tour, die sich lohnt.

Auf der Rückfahrt in den frühen Abendstunden weht der Wind schon recht frisch. Ich bringe den Herbst mit nach Hause.